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hundeangst

aber, wie gesagt, ich habe angst vor hunden. und ich merke mit den jahren, daß das von meiner gesamt-verfassung abhängt. manchmal kann ich mit hunden, manchmal nicht. es gibt zeiten, da macht mir das überhaupt nix aus, aber zur zeit bin ich ziemlich dünnhäutig & hab mitgekriegt, daß ich ziemlich mit schock & angst auf hunde reagiere. leider hab ich noch keine regel oder ein gesetz für meine hundeangst feststellen können: meine cousine (väterlicherseits) Rosa N. hatte lange jahre 2 hunde: eine schwarz-weiße cocker-spaniel-prinzessin & eine große schwarze, vom format her wie schäferhund, aber sicherlich gemischt, war viel dünner & weniger fell. erstens mal war meine cousine die erste, die (für mich) adäquat auf meine hunde-angst reagiert hat: auch wenn ich mit den hunden schon gekonnt habe, hat sie mich dennoch immer gefragt, wieviel ich kann & was nicht, sie hat nie auch nur ‘aus versehen’ oder weil ‘geht doch jetzt’ die tür offen gelassen oder so. sie hat meine angst & meine befürchtungen akzeptiert & mich trotzdem respektiert. dafür war ich schonmal dankbar & das hat es mir auch einfacher gemacht: ich wußte einfach, daß ich mich auf ihren schutz verlassen kann & daß sie niemals sowas dussliges wie ‘der tut doch nix!’ – während der hund zähnezeigend auf mich zuschnürt – gebracht hätte. aber genau mit diesen hunden ist mir folgendes passiert: daß ich geklingelt habe, die 2 frauen sind mit den 2 hunden auf den hof gekommen, wir gleichzeitig zur tür rein (Berliner hinterhof-situation), ich war in einer ähnlich desolaten stimmung wie jetzt auch, Kira (die große schwarze) war sowieso eine geschundene tierheim-seele & empfindlich, findet auf dem hof menschen vor & bellt. bei mir liefen sofort alle schlechten filme ab & die angst im blut (ich spür die inzwischen. also das, was die hunde da riechen, ich merk das: aber tun kann ich auch nix dagegen), reagiere natürlich auch völlig falsch (z. b. nehme ich immer die arme hoch, wenn ich angst vor hunden hab. is falsch. weiß ich. ich bin aber doch inzwischen froh, daß ich nicht davon renne!) naja, für das wochenende war meine beziehung zu den hunden merklich gestört…

achso, was an Rosa N.’s hunden noch gut war: die lebten mit einem kater zusammen (nämlich meinem ‘enkel’ - einem sohn meiner ersten katze) und deswegen gab es immer an der küchentür einen kleinen riegel, der die küchentür nur für katzen passierbar machte, hunde kamen da nicht durch – da war ich immer sicher…

jetzt ist die frage natürlich: wie konnte ich maBelle in Frankreich besuchen, in ihrem kleinen häuschen mit ‘ihre süße große ‘unde’? nun, ich habe sie um ein photo von den hunden gebeten. und irgendwie hat sie es geschafft, mir ein bild zu schicken (oder überhaupt erstmal, so eins zu machen!), auf dem die beiden wesentlich kleiner erschienen als sie in wirklichkeit sind. ich frage mich noch heute, wie dieses bild zustandegekommen sein mag: hätte ich gewußt, wie groß die wirklich sind, ich wäre sicherlich nicht gefahren… ich gebe auch zu, daß ich mich, nachdem ich den flug nach Paris gebucht hatte, öfters mal in phantasieen wiederfand, wo ich nur auf den schränken, dem kamin (der war auf dem photo zu sehen) oder anderem mobiliar gesehen habe: ich befürchtete, eine woche in angst und ausschließlich auf der ‘katzen-etage’ zu verbringen. aber ich bin hin!

und da kommt der teil mit der erziehung und mit der kommunikation von frauchen, hunde-ängstlicher & den hunden: die hunde haben gebellt, als das auto vor der tür parkte. das tun sie immer. erstens besteht dieser ort nur aus 3 höfen an einer sackgasse: da hält also niemals was aus versehen, zweitens erkennen die natürlich ihren wagen & drittens ist das (glaube ich) die einzige chance, wo sie mal bellen ‘dürfen’: sinnloses im-haus-gebelle oder wegen hasen im garten ist ihnen nicht erlaubt, wenn frauchen zuhause sind. aber wenn sie vor der tür sind: naja, da müssen die doch begrüßt werden! die tür, wo die hunde meistens rausrennen, ist die gartentür. die küchentür ist der haupteingang zum haus & die hunde gehen da selten raus oder rein, nur frauchen & besucher kommen da rein. und wenn welche davon kommen, dann hören die das. also stehen die da, schwanzwedelnd. diese tür führt auf einen schmalen pfad zwischen spüle & herd – wie in einer neubauwohnung eine küche in etwa bemessen ist – und da stehen dann die hunde. aber weil da auch durchaus frauen mit wasserkästen, säckeweise einkäufen etc. reinlaufen, sind sie so erzogen worden, daß sie sich auch verziehen… nach hinten & in den offenen raum des hauses.

da habe ich sie dann kennengelernt. und konnte mit ihnen. kann sein, daß ich verliebt war, kann sein, daß ich gut drauf war: aber ich habs hingekriegt. es gab nur ein einziges mal dieses angstgefühl: ich stand gerade an den handtüchern & hab mir die hände abgetrocknet & blieb da stehen, bis Isabelle wieder auftauchte & im nachhinein muß ich lachen, weil ich weiß, wie es zustande kam: die hunde sind sehr praktisch erzogen worden: weil die damen öfters mal was zu tun oder was in der hand hatten, wurde ihnen beigebracht, mit einer hand gestreichelt zu werden. beide hunde mit einer hand! und – frauenhaushalt? oder machen männer das auch? – weil frau da zeit hat: auf’m klo. ich habe später mitgekriegt, daß die hunde gewöhnt sind, wenn frau auf’m örtchen ist, gestreichelt zu werden: Rocky läuft nach hinten, weil er hat es gern am hintern, Ruby bleibt vorn weil sie es gern im nacken hat. aber für beide ist der moment, wo ein wesen mit händen sich auf diesen ort setzt, ein sicheres zeichen dafür, daß sie jetzt ihre streicheleinheiten bekommen! – und maBelle hatte die tür zu gemacht! sie hatte eine fast fremde frau im hause, mit der irgendwie sowas wie ‘verlieben’ in der luft lag – mir ist völlig klar & logisch, warum sie die klotür zugemacht hat. sahen Ruby & Rocky anders. die sahen sie da hineingehen, in diesen hort der hundezärtlichkeiten und wollten hinterher. und die macht die tür zu! da blieben sie natürlich wie angenagelt stehen & schauten zu mir, die ich gleich daneben (an der wand mit den küchenhandtüchern) stand & wollten von mir wissen, was, zum-kuckuck, in ihre frau gefahren sei? und das hab ich einfach ausgehalten (ich lasse meinen film mit zähnen, blut & lefzen über meiner halsschlagader mal außen vor). bin stehen geblieben & hab meine hände 10 minunten lang abgetrocknet & hab gewartet, daß maBelle da wieder rauskommt.

später hab ich gelernt, daß die beiden sogar angst vor mir hatten & ich hätte es ohne die erklärung ihrer frauen nicht mal mitbekommen: das war ein sommer mit ziemlich vielen fliegen. und ich hab eigentlich nichts gegen insekten (außer motten!) und bin eher eine von der postkarten-glas-fang-rausbring-fraktion, aber da war ich extrem genervt von den fliegen & ging denen mit einer fliegenklatsche zuleibe. (zumal waren die damit sogar zu töten! entweder die sind in der gegend oder in diesem sommer so doof gewesen: ich kenne es eigentlich nicht, daß sich viele fliegen mit einer fliegenklatsche umbringen lassen…) was ich nicht merkte: die hunde, die immer unsere nähe suchten, waren plötzlich unsichtbar. ihre frauen (die sie aufgezogen hatten), wußten, wo: hinter der küche versteckten die sich! die hatten angst vor der fliegenklatsche! und obwohl sie bei diesen frauen geboren worden waren & zusammen mit ihren eltern (beides die hunde der beiden frauen) dort all ihre prägung abbekommen haben, konnte mir keine erklären, warum. das hat mir die ganze sache noch sympatischer gemacht: vielleicht kann ich meine ängste nicht komplett mit kindheitsgeschichte, aufzucht oder familie erklären (zum beispiel diese hundangst), vielleicht geht es anderen wesen aber genauso. und vielleicht kann ich manches davon klären oder ein wenig in eine angenehme richtung rücken – dabei haben mir Ruby & Rocky ziemlich geholfen! aber manches bleibt auch unerklärlich: wenn Kira (die schwarze, große hündin meiner cousine) mit ihrer unbekannten, aber sicher schmerzhaften vergangenheit ängstlich-aggressiv auf mich reagiert, ist das verständlich & mit ihrer gewalttätigen vergangenheit zu erklären. wenn aber hunde, die in ihrer hunde-und-menschen-ursprungsfamilie zärtlich und liebevoll aufgewachsen sind, auf das klatschende geräusch einer fliegenklatsche auf ledersofa so ängstlich reagieren, bleibt für mich nur eins: manches ist einfach so. da hab ich nix falsch gemacht & andere auch nicht. aber ich kann manchmal meine angst vor hunden überwinden. und dann gewinne ich sie mir auch zu freundInnen… hach, da sollte ich doch mal einen blogeintrag für all die hundwesen schreiben, mit denen ich mich schon angefreundet habe… oder sie sich mit mir?

Berlin, Alexanderplatz: flyer für den Herren deiner Angst

unter der weltzeituhr

so, Arons plan ist umgesetzt, er hat heute gegen 18:00 auf dem Berliner Alex flyer wild in der Bevölkerung verteilt. der text darauf:

Herr meiner Angst!
Frau Niestädt füchtete den Dreck als wäre es der Tod. Sie wollte dem Schmutz entgehen und wurde doch eins mit ihm.
All dem, was ihr die Reinlichkeit verbot, konnte sie zum Schluss doch nicht entflieh’n.

hier mal als erster beweis, aron wird sicherlich noch mehr dazu schreiben…

der herr deiner angst hat solche öffentlichen äußerungen von uns verlangt. mehr erfährst du im forum oder im wiki. (ist ein Alternate Reality Game.)

seelenpfuscher?

in meiner bücher-kategorie ist aber auch lange nichts passiert, also los! gerade gelesen: “Die Seelenpfuscher | Pseudo-Therapien, die krank machen” von Heike Dierbach.

ausgesucht hatte ich es, weil ich einen abschnitt zu Bert Hellingers Familienstellen drin gesehen hatte, aber auch zu anderen psychotechniken, die mich durchaus schon mal gereizt haben, steht etwas drin. beispielsweise habe ich selbst die “Bestellungen beim Universum” und anderes von Bärbel Mohr begeistert gelesen, “The Secret” auch, wobei mir das schon von alleine ein ungutes gefühl gemacht hat. bei Bärbel Mohr war es vor allem auch die positive stimmung, in die sie mich als leserin versetzen konnte, ansteckender optimismus, auch das kann ja eine besserung der lebensqualität verursachen. ihre späteren werke habe ich nicht mehr so mitbekommen, wohl aber ihren tod fassungslos aufgenommen und war erstaunt über die bis hin zur boshaftigkeit reichenden reaktionen in der eso-szene.

“The Secret” ging mir wohl schon deswegen zuweit, weil es dich halt auch für unglück, krankheit und unfälle verantwortlich macht. ja, ich hab mir ab und an mal einen parkplatz gewünscht. aber beispielsweise nicht meine krankheit (Bärbel Mohr hat das vermutlich auch nicht getan) und den leuten an solcher stelle dann schuldgefühle einzureden halte ich für extrem verantwortungslos. “keine krankheit habe ihre ursache im stofflichen bereich” stimmt einfach nicht: wenn mir wer zuviel Belladonna ins essen mischt, dann kann ich sehr wohl nix dafür, wenn ich daran elendig verende! und wenn einer von den Secret-verfechtern etwa behauptet, hungernden kindern in Afrika müsse er nur mal “The Secret” beibringen (und dann könnten sie sich ihr essen auf den tisch wünschen oder wie?), dann ist das zynisch und schlicht bösartig (und ich wünsche mir den Knüppel-aus-dem-Sack, der ja zum Tischlein-deck-dich und zum Goldesel ebenso dazugehört)! (Seelenpfuscher, S. 103)

Heike Dierbach geht in dem buch auf folgende methoden oder techniken ein:

  • rebirthing
  • festhaltetherapie
    von dieser bösartigen methode hab ich ja noch nie gehört und wenn, wäre mir auch ohne diese lektüre das messer in der tasche aufgesprungen! derart gewalttätige ansinnen gehören doch bitteschön nicht zu den gutmenschen, für die sich esoterikerinnen an sich halten??! ich verstehe es nicht!
  • familienaufstellung nach Hellinger
  • The Secret
  • Hoffman-Quadrinity-Prozess
  • Reinkarnationstherapie
  • The Work nach Byron Katie Reid
  • Channeln / Engeltherapie
  • Fernheilung

jede dieser methoden oder techniken wird mit einem beispiel und einem möglichen sitzungs- oder prozessverlauf dargestellt, ursprung und methode erklärt, zum beispiel, daß beim familienstellen Virginia Satir die eigentliche ‘urheberin’ ist (die inzwischen vermutlich im grabe rotiert, die arme, angesichts dessen, was heute daraus entstanden ist!), dann wird das heilsversprechen ausgewertet, die ausbildung der praktizierenden oder lehrenden untersucht und kosten & dauer dargelegt. anschließend – schließlich soll das buch diese praktiken entlarven, beleuchtet die autorin das seelische risiko, wobei ich es angenehm finde, daß sie nie so reißerisch schreibt, als würde nun wirklich jede zweite, die bei so einem prozess mitmacht, anschließend in psychatrie, suizid oder psychose landen, sie achtet hingegen auch genau darauf, ob die patientinnen achtsam behandelt werden und bewertet beleidigung und beschimpfungen als das was sie sind und nicht als therapeutisch notwendig.

sie stellt die  möglichen seelisch-psychologischen erklärungen dar, wobei ich finde, daß sie den placebo-effekt zu sehr abwertet. sicherlich ist der wissenschaftlich einfach zu erklären, aber ich halte ihn auch für extrem wichtig, eben weil er die selbstheilungskräfte der patientinnen aktiviert und die sind m. e. weitaus höher zu bewerten, weil ich glaube, daß sie auch umgekehrt funktionieren: wenn ich nicht an die heilmethode glaube, dann können auch schulmedizinische oder wissenschaftlich bewiesene therapieversuche nicht nicht wirken!

wo es möglich oder angebracht ist, schreibt sie dann auch zu möglichen alternativen oder verwechselbaren therapien, so erklärt sie zum beispiel sehr klar, daß die “familienskulptur” (wie Satir das nannte) eine wirksame methode innerhalb einer therapie sein kann und macht deutlich, wie schwierig es inzwischen geworden ist, “gutes” systemisches aufstellen von “schlechtem” zu unterscheiden, schon deshalb, weil sich die familienaufsteller nach Hellinger zu gerne in die nähe der fundierten systemischen therapeuten setzen:
es gibt die SG (Systemische Gesellschaft)
und die DGSF (Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie) und die Hellinger-basierten leute haben sich
unter dem kürzel DGfS (Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen) zusammengefunden – mir wird langsam klar, warum ich nie vermochte, die spreu vom weizen zu trennen… (und witzigerweise sind sie mit dem kürzel auch nicht mehr bei wikipedia vertreten. die website selbst heißt auch ‘familienstellen’… da haben wohl ein paar advokaten ein bissel personen in einem großen raum aufgestellt ;-) … oh, aber dabei sind sie noch mit anderen zusammengeraten: dasselbe kürzel wird von einer sprachwissenschaftlichen wie auch einer finanzplanungsinstitution verwendet. die ham also nur vergessen, diese abkürzung mal auf die höhere ordnung hin zu überprüfen *eg*)

hier erinnert Dierbach mehrfach auch andere stellen an ihre verantwortung, menschen und vor allem solche, die nach seelischer hilfe suchen und sich damit ganz offensichtlich in notlagen befinden durch amtliche stellen, institutionen oder ämter zu schützen: wieso können Hellinger-aufstellungen in volkshochschulen stattfinden, wieso stehen dessen bücher in bibliotheken (& uni-bibliotheken!) zwischen wissenschaftlich fundierten und nachgewiesen funktionierenden methoden (sie schlägt vor: parapsychologie ,-) ) und beschreibt, wie sich universitäten vereinnahmen lassen und ausgebildete psychologen und therapeuten allzufreiwillig in die nähe des Hellinger-familienstellen begeben, so daß der begriff a) inzwischen sozusagen völlig verbrannt ist für die familienskulptur nach Satir und ähnliche therapeutische ansätze, die ohne den zynismus und die aggression Hellingers arbeiten, b) für ratsuchende oder gar hilfebedürftige ein unterschied kaum noch auszumachen ist und c) die nähe zu psychotherapie und -therapeuten den gesamten berufstand und die psychotherapie an sich ernstlich in verruf bringen.

nachdem ich das alles geradezu verschlungen hatte, war ich erfreut, noch mehr informationen in dem buch vorzufinden, und zwar: eine beschreibung von psychotherapie und ihren formen und methoden mitsamt einer ausführlichen erläuterung, wie die wirksamkeit solcher methoden schulmedizinisch und wissenschaftlich nachgewiesen wird und und wie die institutionen arbeiten, die solche methoden (zum beispiel für krankenkassen) zulassen oder halt nicht. dabei ist mir beispielsweise klar geworden, daß es nicht machbar ist, innerhalb von 2, 3 jahren die heilversprechen von verfahren wie Reiki, Feldenkrais oder Wassershiatsu (heilarten, von denen ich was halte) so zu beweisen, daß sie auf ganze bevölkerungen und auf tausende von verschiedenen heilerinnen angewandt werden können. was schlicht sein muß, wenn ein system wie das der krankenkassen dafür bezahlen soll. was mir dabei aber fehlte, waren hinweise darauf, daß “recht hat, was heilt” und daß die nicht-zulassung nicht gleichbedeutend ist mit nicht-wirksamkeit: akupunktur und akupressur sind inzwischen (zumindest teilweise?) zugelassen, was den tausenden von leuten, die sie bis dahin auf eigene verantwortung anwenden haben lassen und selbst bezahlen mußten, recht gibt. und so erklärt sie auch, daß diese langsame und offensichtlich schwerfällige schulmedizin durchaus auch für neuerungen offen ist: in diesem buch wurde mir (endlich, wird maBelle sagen) erklärt, wie EMDR funktioniert und daß es signifikant wirksam ist. (und was signifikant ist & warum es wichtig ist.) [erklärung: maBelle möchte schon lange, daß ich EMDR mache und meinte als erstes, daß das eben “schnell helfen würde”. und ich bin halt mißtrauisch gegenüber allem, was schnell helfen soll, was mir die lektüre dieses buches nur wieder bestätigt. nichtsdestotrotz halte ich mich noch immer für die falsche patientin für EMDR: es ist für extreme traumata und besonders bei schlimmen flash-backs. aber ich habe keine flashbacks urplötzlich und scheinbar ohne anlaß mitten im leben. aber ich denke jetzt noch ein wenig mehr über diese therapiemethode nach…]

meine kritik: die kapitel channeln/engeltherapie & fernheilung hätten mehr ausdifferenziert werden müssen: nicht, daß ich mich in der esoterik-szene super gut auskenne, ich habe solcherlei kurse, seminare oder begegnungen nicht bis kaum mitgemacht (laß mich zählen… 1 kurs in den letzten 10 jahren und zwei, drei Feldenkrais-wochenenden), aber ich lese oft und gerne in den heftchen, in den kostenlosen, mein connection-abo ist zu lange her… (die connection ist aber das einzige heft, daß ich durchweg gut finde, eben weil es die eigenverantwortung ins zentrum setzt.) und ich denke, daß durchaus auch andere wesenheite als nur engel ‘gechannelt’ werden. engel sitzen für mich ganz nah oder im christlichen glauben & denken. und daher hätte über engel auch im christlichen kontext geschrieben werden müssen. und dabei durchaus auch beleuchtet werden können, inwieweit oder -fern die kirchen oder der christliche glaube am heilungsprozess mitarbeiten können oder nicht. ich weiß, daß es christliche richtungen gibt, die ihren leuten arztbesuche, chemotherapie oder blutübertragung verbieten. das könnten sie nicht tun, gäben sie nicht auch ein alternatives heilversprechen ab. aber gut, vielleicht sind die kirchenaustritte und kirchenflucht ein deutliches zeichen dafür, daß die meisten teile der bevölkerung davor nicht mehr gewarnt werden müssen.
aber ich bin mir sicher, daß auch andere wesenheiten “gechannelt” werden. die technik channeling nur mit den relativ harmlosen wenn nicht sogar gutartigen engeln in verbindung zu setzen, halte ich für unüberlegt.
im kapitel “fernheilung” taucht auch Reiki auf. ich weiß, daß leute das durchaus als fernheilung anbieten und anwenden. und obwohl ich 2 frauen kenne, die es auch als fernheilung praktizieren, muß ich zugeben, daß ich nicht an die fernheilung glaube. wohl aber an Reiki, weil ich das einfach schon erlebt habe. und ich habe es als positiv und heilsam erlebt. und es hat gewirkt! und an der stelle ist mir Dierbach “zu schulmedizinisch” und “auf einem auge blind”: sie erwähnt Reiki nur im fernheilungsprozess und degradiert damit das gesamte Reiki als unwirksam und hokus-pokus, womit leute nur geld schneide(r)n wollen. dabei könnte sie an der stelle, wo sie schon beschrieben hat, daß der placebo-effekt durchaus helfen kann und daß es an sich gut sein kann, selbstheilungskräfte zu aktivieren und daß die schulmedizin zu wenig zeit für ihre patienten hat, doch durchaus beschreiben, daß die hinwendung zur patientin hilfreich und heilsam sein kann, sei es durch zuhören oder halt handauflegen.

nein, das war nicht die absicht des buches, stimmt schon, sie wollte krank-machende therapieen aufdecken. aber an der stelle hat sie vergessen zu erwähnen, daß auch berührungen heilen. es ist nur so unheimlich schwer, von ärztlicher seite noch ‘ne massage verschrieben zu bekommen… oder daß dich überhaupt mal wer anfaßt…
und es ist unheimlich schwer, patientinnen an ihre eigenverantwortung zu erinnern. was Dierbach durchaus die ganze zeit macht & versucht! du bist für deinen körper & deine seele in erster linie selbst verantwortlich. und wenn du dafür hilfe brauchst (arzt oder heilerin), dann sollten die gefälligst gut sein. das buch beschreibt, daß es leute gibt, die dafür nicht taugen. daß die, die laut system dazu taugen sollten, auch nicht so gut sind, sein können oder sein wollen, wie das system sich das mal gedacht hat… das paßt vermutlich auch nicht in zwei buchdeckel. aber nicht-schulmedizinisch ist auch keine garantie für qualtität: im gegenteil: das buch zeigt die qualitätsprüfungskriterien für die schulmedizin. und es stärkt die eigenverantwortung. und das ist gut!
verschenkempfehlung? unbedingt! zusammen mit einer kritik an schulmedizin & gesundheitswesen!

randmaschen

weil ich grad gefragt wurde… also generell gilt, daß randmaschen gesondert betrachtet werden, unabhängig von dem muster, daß zwischen ihnen gestrickt wird, in den fast allen muster-anleitungen werden die randmaschen auch schlicht nur als ‘randmaschen’ gekennzeichnet, da steht nie ‘rechts’ oder ‘links’! ich stricke meistens meine randmaschen, wie ich es jahrelang mache oder gemacht habe, wo ich das schreibe, merke ich, daß ich früher immer einmal abgehoben und einmal gestrickt habe und seit jahren jetzt immer rechts verschränkt stricke, mich mal kundig zu machen, was welches resultat bringt, ist durchaus spannend…

ich konsultiere also mein lieblingsstrickbuch (nur noch antiquarisch, aber das lohnt sich!) und finde die einfachste erklärung im kinder-stricken:

“Die 1. und letzte Masche jeder Reihe heißt Randmasche. Damit der Rand sich nicht wellt, wird die Randmasche immer nur an einer Seite gestrickt, an der Gegenseite nur abgehoben.” (Burda Stricklehrbuch, Offenburg 1983, S. 87)

und genau das habe ich jahrelang auch so gemacht, wobei ich manchmal die erste nur abgehoben und nicht gestrickt habe und manchmal die letzte… jetzt sehe ich, daß auch das unterschiede macht, ich schlage also bei ‘für erwachsene’ nach:

knötchenrand

erste masche (also am anfang der reihe) wie zum rechtsstricken abheben, die letzte masche wird immer rechts gestrickt (auch in eventuellen linksreihen!). dieser rand soll sich empfehlen, wenn dieser rand mit irgendwas anderem zusammengenäht wird oder als rand stehen bleibt, also als ’sichtbarer rand’…

kettenrand

erste masche wird wie zum linksstricken abgehoben (also liegt der faden vor der arbeit), die letzte masche wird immer rechts abgestrickt. kettenränder eignen sich besonders dafür, später maschen aus diesem rand aufzufassen.
hm…

das befriedigt mich jetzt noch gar nicht: mein rand (den ich seit einigen jahren immer stricke) ist nicht dabei! meine allerliebstes handarbeitsbuch von Thérèse de Dillmont (historisch!) gibt gar nichts her… ich stricke also seit jahren die ränder falsch, na toll. gelernt habe ich das beim sockenstricken: wenn die fersenrückwand hin- und hergestrickt wird (und der vordere teil des sockens stillgelegt ist), strickst du alle randmaschen (also die erste und die letzte in jeder reihe) rechts verschränkt: der faden liegt hinter der arbeit und anstatt jetzt (wie bei normal rechts) von vorne nach hinten in die masche einzustechen stichst du zwischen den beiden ‘maschen-beinchen’ ein, von links nach rechts, also genau da, wo auch die linke nadel durch die masche geht, geht deine rechte nadel lang, faden von hinten holen & durchziehen und runter. (strick mal ein paar reihen verschränkte rechte maschen, der unterschied zu normalen rechten ist nur minimal, kann aber sehr sehr schick aussehen!)

ich schau eben, ob ich noch bebilderung finde… nein, viel besser: eine ausführliche anleitung für schöne ränder mit bildern… (wozu hab ich das jetzt geschrieben? naja, zur eigenen klarheit issas jut…)

es fühlt sich gerade sooo gut an: ich bin reich!

wie ihr euch erinnern könnt, habe ich im April endlich den platz in der faktura bekommen. dabei bekomme ich geld von der rentenkasse. und als ich das damals beantragte, war ein formular dabei, was der vorige arbeitgeber ausfüllen sollte, wenn der job nicht länger als 4 jahre her ist. weshalb ich diesen vordruck weder beachtet noch irgendwohin geschickt habe: mein letzter job war länger her… was fatal war: anders als das arbeiåtsamt schreibt dir die rentenversicherung nicht bei jedem fuåz, den du, sie oder keine/r gelassen hat: die hatten meinen antrag schlicht als unvollständig auf halde gelegt und hätten, wenn ich mich nicht in finanzieller not an sie gewandt hätte, gar nichts getan, bis dieser schriebs bei ihnen auftaucht. für’s erste haben sie mich dann doch irgendwie eingestuft (verdienen webdesignerinnen in Berlin echt dermaßen krass wenig?!? oder was haben die da für zahlen verwendet?). ab April diesen jahres hatte ich dann also weniger geld als ALG-II (sog. Hartz-IV). wobei mir noch ein glück passierte: das arbeitsamt hat das irgendwie ohne mein zutun bemerkt (weil sich die zahlungen überschnitten, vermute ich) und hat dann wenigstens bis zum grundsicherungssatz aufgestockt! war auch ein glück, weil ich, schlecht in all so bürokraten-zeugs ja noch wochen gebraucht hätte, das überhaupt zu beantragen!)
und ich habe trotz meiner sozialen phobien und meiner macken mit, gegen oder wegen diesen letzten arbeitgeber dieses formular an nämlichen geschickt. was auch dauerte… die dort wissen ja gar nicht, worum es geht. büroleute können eigentlich nur daten eingeben, die sie in ihren eigenen datensätzen finden können. wie soll meine ex-arbeitsstelle wissen, daß sie bei ‘Beginn der Maßnahme’ reinschreiben soll, wann meine maßnahme, also das, was ich jetzt, äonen später anfange, beginnt? die haben natürlich reingeschrieben, wann ich bei denen (mit unterstützung seitens des arbeitsamtes) angefangen habe. und außerdem müssen sie mir dort einen fiktiven lohn bescheinigen. kann sich kein mensch vorstellen! also das geld, was ich, wenn ich jetzt (der job liegt wie gesagt mehr als 4 jahre zurück) und in vollzeit (ich hatte nur ‘ne teilzeitstelle) da verdienen würde. das gab einiges hin- und her und vor allem bei mir extreme schmerzen: ich wollte mit denen ja gar nix mehr zu tun haben, sonst hätte ich es ja auch geschafft, mir ein ordentliches arbeitszeugnis ausstellen zu lassen und mein plan, dem chef dort alles großkotzig und mit leichter hand vor die füße zu werfen und sagen zu können “mach doch deinen mist alleine, ich hab was besseres/schickeres/schöneres/anspruchsvolleres in Berlin!” wie ich das damals so ausgedacht hatte, scheiterte ja schon daran, daß ich nach 1 woche krankheit schon die kündigung von ihm ins haus bekam…

ich habe meine ängste und nöte damit irgendwie hingebogen bekommen und “meine lieblingssekretärin”, die es dort immer noch gibt, hat mir dann eher später-aber-lieber-das-als-nie diesen schriebs ausgefüllt bekommen und jetzt bin ich der rentenkasse dafür unendlich dankbar: die haben also jetzt diese fiktive lohnbescheinigung bekommen. und davon rechnen sie 65%. und dann rechnen sie davon nochmal 68% (oder andersrum). und jetzt bekomme ich richtig schön geld für mein arbeiten in der faktura: also wenn ich da ein neues muster zum filzen entwickele (das passiert nämlich grad!) oder ein paar filzkugeln zu richtig schönen weihnachtsschmuck-kugeln verzier-besticke, dann stimmt eben nicht mehr, was sich immer so dumm anfühlte und was sogar die chefin schon zu mir sagte: “na außer, daß die bezahlung in keiner weise stimmt…”.

nein, jetzt stimmt es! ich bekomme geschätzt soviel, wie ich in meinem letzten job raushatte. (daß ich damals mehr verdient hätte oder verdienen hätte müssen gehört auf das blatt vom ex-job!) und das paßt ganz wunderbar zur zeit (jahre später), zum aufwand und zur kreativen leistung, die ich dort bringe (und hoffe, noch mehr bringen zu können!)

und, was noch viel feiner ist: es gibt eine nachzahlung! schickerweise verrechnet die rentenkasse das auch gleich noch mit dem arbeitsamt (also was mir da als grundsicherung dazugezahlt wurde, behalten die gleich ein, ich muß nicht, wie zuerst vermutet, noch xKröten ans arbeitsamt zurückzahlen!) und ich habe jetzt also einen betrag auf mein konto bekommen, von dem ich mir einen neuen Macintosh, ein iPad und ein iPhone gleichzeitig kaufen könnte!

mach ich freilich nich. so kurz vor weihnachten! aber der neue mac is in bestellung! (kann es sein, daß kurz vor weihnachten die ‘refurbished macs’ sehr gut und sehr zahlreich sind??) und es fühlt sich einfach saugut an!

und demnächst, wenn mich irgendwer in meiner kreativität da zu bremsen versucht, dann werd ich denen sagen, daß ich einfach zuviel verdiene um mich nicht an entwicklungen zu beteiligen!

hehe. das könnte eventuell neu sein auf dem markt der psychisch kranken :-)

wunschzettel

ich hab eben mal die seite ‘wünsche‘ aktualisiert… kann ja zu irgendetwas gut sein ;-)

finster

maBelle hat zum Geburtstag einen besuch im dunkelrestaurant geschenkt bekommen und letzte woche war es soweit. und es ist wirklich stockfinster da drinnen! nachdem uns einer (noch im lichte) erzählt hat, wie es in etwa funktioniert und was wir keinesfalls tun sollten (alleine aufstehen, handtaschen auf den boden stellen…) wurden wir durch eine lichtschleuse ins restaurant geführt: erst ist dort schummeriges licht, dann klopft der begleiter an der tür, innen wird zurückgeklopft und dann geht das licht auch in der schleuse aus und die gäste werden im gänsemarsch von der kellnerin an ihren tisch geführt. dadurch ist es wirklich stockduster in dem laden, ich hatte ja irgendwie gedacht, wenigstens umrisse sehen zu können, wenn leute rein- oder rausgehen, nein, auch daran ist gedacht. und ich muß zugeben, daß ich anfangs meine schwierigkeiten hatte: ich wollte instinktiv meinen kopf schützen, aber mit der einen hand mußte ich mich an einer schulter festhalten, damit ich weiß, wo es lang geht und in der anderen hatte ich meine handtasche… was für ein vertrauen in die welt muß ein blinder mensch haben?! sicherlich rührt meine sorge, mir den kopf zu stoßen von meiner länge, mir passiert das vermutlich öfter; weder meine mutter noch maBelle hatten diese sorge.

bei tisch habe ich mich dabei erwischt, wie meine augen angestrengt versuchten, doch etwas zu sehen. ich glaube, ich bin ein arger seh-mensch, meine schwerhörigkeit paßt schon viel besser zu mir: auf geräusche scheine ich leichter verzichten zu können als aufs gucken. und ich wollte dann auch alles sehen: schon dinge zu essen, die ich nicht sehen kann, ist merkwürdig, aber ich wollte auch wissen, wie das geschirr und das brotkörbchen aussehen, die ich da eifrig befummelte. eigentlich hätte ich am ende des besuches gerne licht angemacht bekommen um mir das anzuschauen, was ich den ganzen abend lang nur mit meinen anderen sinnen erfahren konnte. ich hatte dann die hoffnung, daß wir wenigstens unsere kellnerin zu gesicht bekommen könnten. die hatte eine sehr angenehme stimme und eine nette berlinerische frechheit am leibe: ich dachte, sie wäre blond und groß und schlank, maBelle hatte sie sich als brünette vorgestellt und meine mutter sich wohl gar kein bild von ihr gemacht.

das essen war lecker, auch wenn ich bei der menü-auswahl wieder mal einen meiner kardinalfehler beging: ich war so scharf auf die vorspeise (Pumpernickelsuppe) und das dessert (irgendein grieß mit pfefferminzsauce und pomeranzen), daß ich beim hauptgericht was mit bohnenmousse las und komplett ignorierte, daß ich weder champignons noch ziegenkäse mag, aber vorsuppe und nachspeise waren’s wert! den trick mit dem einschenken kannte ich noch: finger reinhalten, damit du merkst, wann das glas voll wird, das wollte ich so gerne meiner großmutter beibringen, als sie immer blinder wurde. aber essen im dunkeln ist etwas ganz anderes: ich gebe zu, daß ich ständig mit den fingern auf dem teller rumgesucht habe. und meine angewohnheit, den teller immer wieder zu drehen, erwies sich im dusteren als fehler: ich fing immer wieder neu an, mein essen zu suchen. und ab und zu haste halt ‘ne leere gabel im mund… die pomeranzen, die ich noch nie gegessen hatte, waren wirklich extrem lecker. lustig, unbekanntes im dunklen kennenzulernen!

und am ende, nachdem uns unsere kellnerin wieder in der polonaise aus dem restaurant in die lichtschleuse geführt hatte, kam der moment, wo wir sie im schummerlicht kurz sehen konnten: leider viel zu plötzlich und viel zu kurz!: und sie war klein und etwas rundlich und hatte braune haare…

alles in allem eine spannende und schöne erfahrung, meine bewunderung für leute, die ohne sehvermögen durchs leben können, ist extrem gestiegen. vom gutschein blieb – oh glück – noch ein wenig übrig, daß die mutter auch gleich noch auf einen verbrauchbaren betrag erhöhte: wir können uns diesem genußerlebnis also bald nocheinmal hingeben, die haben da auch themenabende, erotisch oder krimi beispielsweise!

stricknadeln aussuchen

ich werde gerade gefragt, was für stricknadeln für anfängerinnen geeignet seien. weil es die in etlichen formen und materialien gibt, muß ich ein kleines textchen dazu verfassen. zwar gibt es zu der frage schon haufenweise texte im internet, z. b. bei strickmasche und bei anleitung-handarbeit, aber die sind doch recht ausufernd…

die erste frage ist vermutlich: lange einzelnadeln, rundstricknadeln oder ein nadelspiel?

nadelspiel

ein nadelspiel besteht aus 5 relativ kurzen nadeln und kommt nur in frage, wenn du etwas kleines rundes stricken willst, socken beispielsweise oder mützen, tischdecken (am anfang), babyhosen oder -ärmel oder stulpen und handschuhe. damit zu starten ist absolut nicht ratsam: selbst etlichen geübten strickerinnen ist das rumgefummel mit 5 einzelnen nadeln zu schwierig! die fallen schon mal aus.

ob nun die langen einzelnen nadeln oder eine rundstricknadel (zwei nadeln, die mit einer art schnur oder seil miteinander verbunden sind) ist dann wieder geschmackssache. ich ziehe rundstricknadeln den langen einzeldingern auf alle fälle vor: mir können hinten keine maschen abstürzen und ich hebe nicht bei jeder masche rechts und links ein halbes kilo strickzeug auf und ab. aber das solltest du selbst ausprobieren.
ich hatte das glück, die nadeln von meiner großmutter geschenkt bekommen zu haben: in allen größen und variationen und konnte mich da kostenlos ausprobieren…womit wir auch gleich beim material sind: die von Granny waren nämlich hauptsächlich aus metall. mit glänzendem stahl komme ich kaum zurecht: das ist kalt in den händen und sehr rutschig. die meisten und meistgenutzten nadeln bei mir sind aus alu, das sieht grau und matt aus. aber seit einigen jahren gibt es nadeln aus holz, bambus und auch wieder aus plaste (das mochte ich auch irgendwie nicht. kann ich aber nicht näher definieren…) und ich liebe bambus- und holznadeln! aber auch das solltest du dir im laden genau anschauen und anfassen: ich habe neulich von einer gehört, daß ihr die bambusnadeln zu leicht verbiegen. das ficht mich nun gar nicht an: ich kann auch gut mit leicht angebogenen nadeln stricken, allerdings beißt irgendein katzentier da gerne rein! da hab ich mir alle erdenkliche mühe gegeben, ihnen von anfang an beizubringen, daß stricken und wollknäule gaaaanz gaaaanz laaaaangweilig sind, da kauen die auf den nadelspitzen rum! damit kannste dann nicht mehr stricken: die wolle darf daran ja nicht hängenbleiben! darauf ist auch bei den rundstricknadeln zu achten: ob der übergang zwischen nadel und seil schön glatt ist, aber ich glaube unter den derzeit handelsüblichen rundstricknadeln gibt es keine mehr, wo dieser übergang holprig ist.wenn du ernstlich mit dem stricken anfangen möchtest und auch ins material investieren kannst, dann empfehle ich meine neueste entdeckung:

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ein stricknadel-system. da gibt es holznadeln (schön dunkelbunt-gemasert) in allen erdenklichen größen und dazu die seile in etlichen längen zum ab- und an-schrauben. der vorteil: du brauchst vielleicht nur mit einem seil und einer nadelgröße zu starten und kannst dann immer die passenden nadelstärken dazukaufen. für kürzere und längere projekte hast du verschiedene seile, die du mit einem zwischenstück auch verbinden kannst (mit einem kleinen seil den poncho oben am ausschnitt anfangen, in der mitte das längere seil verwenden und am ende beide seile zu einem ganz langen seil verbinden). außerdem gibt es ’stopper’, womit du (so ein zweites seil vorhanden!), teile der arbeit einfach stillegen kannst: nadeln abschrauben, stopper drauf und mit deiner nadelstärke an anderer stelle weiterstricken. ich liebe das zeug und habe angefangen mit meiner sammlung. natürlich gibts das auch alles zusammen, aber das rangiert dann leicht in der preisklasse weihnachtswunsch… die nadeln kommen von “Knitt Picks”, zum beispiel so.

die größen

nun noch ein wort zur nadelstärke oder -größe: es geht um die dicke der nadeln. wenn du dieselbe wolle mit einer dünnen und dann mit einer dicken nadel strickst, werden die maschen erst feiner, dann gröber. also mit größerer nadel werden die löcher größer. für dicke wolle brauchst du auch dickere nadeln - und vice versa (ausnahmen kommen mit der erfahrung!). wenn du also schon wolle gekauft hast, dann solltest du die nadelstärke nehmen, die auf der banderole angegeben ist. später wirst du lernen, ob du sehr fest oder sehr locker strickst und das anpassen (ich beispielsweise stricke extrem locker und benutze daher ein, zwei nadelstärken kleiner als angegeben, wenn es ein feines maschenbild geben soll. gewöhnlich halten aber anfängerinnen das ganze strickzeug derart verkrampft, daß sie sehr feste maschen stricken… also lieber eine nummer größer.
und wenn du noch keine wolle hast? dann empfehle ich dir a) billige wolle zu kaufen (damit das herz nicht so schmerzt, wenn du “mal ein wenig materialerfahrung sammeln” mußtest (und ausschuß produziert hast) und b) dickere bis dicke wolle für dicke nadeln: das ist einfacher und läßt dich schneller einen erfolg sehen (z. b. einen fertigen schal). kauf am besten wolle und nadeln zusammen in einem geschäft, dann kannste die verkäuferin dort gleich fragen, wieviele knäule du für dein wunschprojekt brauchst und nimm etwas, das sich so mit einer 4er oder 5er nadel stricken läßt.
ich weiß, für anfängerinnen wird immer schulgarn empfohlen (das ist auch toll!) und dann werden die armen dinger mit nadelstärken von 2 oder so gequält - das halte ich für wenig sinnstiftend. schul- und billiges baumwollgarn ist absolut top und meine empfehlung zum anfangen (wegen des strickgefühls, weil es sich einfach macht und weil es viele schöne farben davon gibt), aber dann bitte nicht als topflappen (mit großer nadel würden die löcher so groß, daß sie ihren zweck nicht erfüllen könnten), sondern als irgendetwas, das mit löchern, also groben maschen von dicken nadeln gut aussieht!

so, ich hoffe, das hilft irgendeiner da draußen…

quellen: rundstricknadel-herz by The Loopweaver
nadelspiel by jillmotts
knit pics nadeln von kayray
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